Tabletbasierte Facharztprüfung Allgemeine Innere Medizin ab 2026
SGAIM-Facharztprüfungskommission

Tabletbasierte Facharztprüfung Allgemeine Innere Medizin ab 2026

News
Ausgabe
2024/04
DOI:
https://doi.org/10.4414/phc-d.2024.1425650735
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2024;24(04):84-85

Affiliations
Prof. Dr. med., Präsident Facharztprüfungskommission SGAIM

Publiziert am 10.04.2024

Die Facharztprüfung Allgemeine Innere Medizin (AIM) geht mit der Zeit: Ab 2026 wird die Prüfung nicht mehr auf Papier, sondern auf elektronischen Tablets geschrieben. Bereits ab 2025 finden die Facharztprüfungen zweimal jährlich neu zentral in Bern statt, und zwar im Hochschulzentrum VonRoll der Universität Bern. Dies hat die Facharztprüfungskommission initiiert.
Mitarbeitende der SGAIM-Geschäftsstelle und der Universität Bern stellen zweimal jährlich die Prüfungsunterlagen für Hunderte von Prüfungskandidatinnen und -kandidaten fein säuberlich zusammen, beschriften sie, verpacken sie in Couverts und übergeben sie in grossen Plastikschachteln einem Kurierdienst für die Fahrt in die Messe Basel. Während der Prüfung müssen die Kandidatinnen und Kandidaten genügend Zeit einberechnen, um die Antworten im dicken Prüfungsheft auf das Antwortformular zu übertragen und wachsam sein, dass sie auch das richtige winzige Feld ankreuzen. Solche Arbeiten gehören bald der Vergangenheit an. Wie bei den eidgenössischen Prüfungen in Humanmedizin werden auch die Facharztprüfungen AIM nur noch auf Tablets geschrieben, und zwar ab 2026 zentral in Bern. Dies haben die SGAIM-Facharztprüfungskommission und der SGAIM-Vorstand nach eingehender Erarbeitung der entsprechenden Grundlagen durch eine Arbeitsgruppe entschieden. In der Arbeitsgruppe haben auch Vertreter des Instituts für Medizinische Lehre (IML) der Universität Bern mitgewirkt, welche die Fragen für die SGAIM-Facharztprüfungskommission formal vorbereiten.

Tablets bieten zahlreiche Vorteile

Die Vorteile für tabletbasierte Prüfungen überwiegen:
  • Die Tablets bieten den Kandidatinnen und Kandidaten eine übersichtlichere Prüfung.
  • Sie erlauben, zwischen den Fragen hin und her zu springen.
  • Persönliche Markierungen sind möglich; unbeantwortete Fragen können gezielt aufgerufen werden.
  • Zudem erlauben Tablet-Prüfungen eine bessere Bildqualität, Videos, Long-Menu-Fragen, Fragesequenzen und weitere technische Möglichkeiten.
  • Nicht zuletzt müssen die Kandidatinnen und Kandidaten nicht mehr wie bisher in einem zeitraubenden Arbeitsschritt die Antworten vom Prüfungsheft aufs Antwortblatt übertragen, wodurch auch unnötige Fehler vermieden werden können.
Neben einer Vielzahl von weiteren Vorteilen gibt es auch einen Nachteil: Da die Anzahl der Tablets begrenzt ist, muss auch die Anzahl der Kandidatinnen und Kandidaten pro Prüfung begrenzt werden. Die Anzahl der verfügbaren Tablets ist allerdings höher als die bisher erreichte Höchstanzahl an Ärztinnen und Ärztinnen, welche die Prüfung in den vergangenen Jahren geschrieben haben. Falls es trotzdem zu Engpässen kommen sollte, werden die betreffenden angemeldeten Kandidatinnen und Kandidaten persönlich informiert und können sich garantiert zur nächstfolgenden Prüfung anmelden.

Technische Sicherheit ist sehr hoch

Im Zentrum der Abklärungen standen Überlegungen zur Datensicherheit und einer technisch reibungslosen Prüfungsdurchführung. Das IML der Universität Bern verfügt über ausgezeichnetes Informatik-Fachwissen und hat bereits eine Vielzahl von grösseren tabletbasierten Prüfungen ohne nennenswerte Zwischenfälle durchgeführt. Und sollte der unwahrscheinliche Fall einer grösseren technischen Störung doch einmal eintreten, könnte die Prüfung an einem Ersatztermin wiederholt werden.

Keine Online-Prüfungen

Die Facharztprüfungskommission hat sich auch mit potentiellen internetbasierten Prüfungen befasst. Diese hätten zwar für Kandidatinnen und Kandidaten unbestritten grosse Vorteile, weil die Prüfung ortsunabhängig geschrieben werden könnte. Allerdings kann bei dieser Prüfungsform heute nicht ausgeschlossen werden, dass unerlaubte Hilfsmittel verwendet oder sogar andere Personen zu Rate gezogen werden, oder dass Fragen kopiert werden. Der Prüfungskommission ist es wichtig zu gewährleisten, dass die Kandidatinnen und Kandidaten ihr wahres Können unter Beweis stellen und möchten die Rahmenbedingungen so setzen, dass Missbräuche möglichst nicht vorkommen. Deshalb hat sich die Facharztprüfungskommission vorläufig noch gegen diese Prüfungsform entschieden.

Prüfungen neu zentral in Bern

In einer jahrzehntelangen Tradition haben die Facharztprüfungen AIM mehrheitlich in Basel, dem früheren Sitz der Vorgängerorganisationen SGAM und SGIM, stattgefunden. Aus logistischen Gründen finden die Prüfungen künftig ab 2025 jeweils an einem Samstag in Bern im Hochschulzentrum VonRoll der Universität Bern statt. Dies dürfte auch vielen Kandidatinnen und Kandidaten entgegenkommen, weil Bern für viele zentraler ist respektiver besser erreichbar sein wird.

Facharztprüfungskommission

Die Hauptaufgabe der Facharztprüfungskommission ist es, die definitiven Fragen für die Facharztprüfungen zu selektionieren, zu evaluieren, breit mit Hausarztfragen ausgewogen auszulegen, medizinisch entsprechend den Anforderungen, dem Schwierigkeitsgrad und der heutigen Medizin anzupassen und zusammenzustellen. Weiter bereitet sie strategische Fragen und Massnahmen wie beispielsweise die Umstellung auf eine tabletbasierte Prüfung zuhanden des Vorstands vor. Die Kommission setzt sich 2024 wie folgt zusammen:
  • Prof. Dr. med. Jürg H. Beer, Kantonsspital Baden und Universität Zürich, Präsident
  • Dr. med. Ulrich Stoller, ehemals Medizinisches Zentrum am Bahnhof Thun, ehemals Spital Thun, Past Präsident
  • Dr. med. Anne Ehle Roussy, Praxis für Allgemeinmedizin, Bellevue
  • Prof. Dr. med. Luca Gabutti, Ospedale regionale di Locarno
  • Dr. med. Franco Muggli, Medical Village, Vezia
  • Dr. med. Simon Ritter, Spital Herisau
  • Dr. med. Andreas Rothenbühler, Universität Bern, ehemaliger Hausarzt, Lyss
  • Dr. med. Alexandre Ronga, Praxis für Allgemeinmedizin, Begnins, Unisanté, Lausanne
  • Dr. med. Monique Savopol, Praxis für Allgemeinmedizin, Villars-sur-Glâne
  • Dr. med. Hansueli Späth, ehemaliger Hausarzt, Langnau am Albis
  • Prof. Dr. med. Dr phil. Dagmar M. Haller, Institut universitaire de médecine de famille et de l’enfance, Université de Genève et Centre Médical de Lancy, Petit Lancy
  • PD Dr. med. Manuel Raphael Blum, Inselspital Bern; ab 1. August 2024 Spital Interlaken

Nächste Prüfungen – dann finden sie statt

Die nächsten Facharztprüfungen AIM finden jeweils von 9.45 bis 15.00 Uhr wie folgt statt:
  • Donnerstag, 20. Juni 2024, Congress Center, Basel
  • Donnerstag, 14. November 2024, MCH Messe Schweiz, Basel
  • Samstag, 24. Mai 2025, Hochschulzentrum VonRoll, Bern
  • Samstag, 8. November 2025, Hochschulzentrum VonRoll, Bern
Weitere Informationen: www.sgaim.ch/egim
Sascha Hardegger, SGAIM
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